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Schönheit und Mode – kein Privileg einer Minderheit mehr

Schönheit liege im Auge des Betrachters sagt ein Sprichwort und ein weiteres meint, nichts sei so wandelbar wie die Mode. Ein kürzlich in der sächsischen Tageszeitung „Freie Presse“ erschienener Artikel über die Geschichte der Kosmetik animiert geradezu, einmal über Schönheitsideale, Mode und Kosmetik im Wandel der Zeiten nachzudenken. Der Autor des genannten Beitrages geht von der These aus, dass man dank der vielfältigen Möglichkeiten der Kosmetikindustrie heute einem Menschen kaum mehr sein tatsächliches Alter ansehen würde und dass das Streben nach Schönheit mittels Kosmetik Ziel der Menschen jeder Epoche war und ist.

Schönheit ist dabei ein äußerst weitgreifender Ausdruck für das Aussehen des Menschen bezüglich seiner körperlichen Erscheinung, seiner Physiognomie und seiner Haut, während sich der Begriff Mode auf die Kleidung, Frisur und Accessoires bezieht. Beide sind eng miteinander verwoben und verleihen den Menschen in jeder Epoche ihren typischen Stil und Charakter, wobei natürlich stets soziale und religiöse Komponenten die bestimmenden Faktoren waren.

Die Suche nach dem Besonderen – Mode als Privileg der Begüterten

Ähnlich wie Kosmetik in Form von Salben, Puder, Schminke und Duftwässern zur Verschönerung, zum vermeintlichen Erhalt ewiger Jugend vor allem aber zum Verdecken von Makeln seit jeher meist den begüterten oder vom gesellschaftlichen Stand her privilegierten Menschen vorbehalten blieb, war prächtige Kleidung nach den jeweils geltenden modischen Ansichten der Epochen ebenfalls ein Privileg der Herrschenden. Kleiderordnungen der Stände, Zünfte und andere Regelungen taten ein Übriges und zwangen die einfacheren Menschen, sich entsprechend zu kleiden. Egal wie sich die Schönheitsideale und die Mode einzelner Epochen auch wandelten, meist hatten nur ein geringer Teil der Bevölkerung die Muße, das Recht und vor allem die Mittel die Trends der Zeit mitzugehen.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Modestile sich in der Vergangenheit – im Gegensatz zu heute, wo beinahe halbjährlich neue Trends die komplette Modewelt erfassen – oft über längere Zeit halten konnten. Erst das aufstrebende Bürgertum, das einerseits über die entsprechenden finanziellen Mittel und andererseits über weitreichende Handelsverbindungen verfügte, sorgte dafür, dass modische Strömungen eine größere Verbreitung fanden schneller umgesetzt wurden.

Die neue Freiheit Modetrends und Massenwaren

Heute spielen all diese Zwänge keine Rolle mehr – es gelten weder Kleiderordnungen noch Privilegien. Jeder darf und kann alles tragen. Erlaubt ist, was gefällt. Nicht zuletzt sorgen aber auch die Segnungen des Internets, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern darf, dafür, dass sich Modetrends rasend schnell über den gesamten Globus ausbreiten. Was heute noch auf den Zeichentischen der Designer liegt, kann in wenigen Wochen bereits in zahlreichen Modenschauen bewundert und nur Tage später in zahllosen Online Shops geordert werden. Ein riesiges Räderwerk setzt sich dann in Bewegung und mit ausgefeilten Marketing-Strategien und Image-Kampagnen versuchen die Hersteller und Händler Kunden zu mobilisieren und zum Kauf zu animieren. Droht der Markt gesättigt zu sein, locken Rabattangebote und Schnäppchenpreise auch noch den letzten Zauderer, was letztendlich auch wieder die Gefahr einer gewissen Uniformität in sich birgt.

Wer will schon gern gegen den Strom schwimmen, wenn ein Trend total angesagt ist und jeder davon spricht?

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