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Plumassiere für die Haute Couture

Es ist eine Sisyphos-Arbeit: Abertausende Straußenfedern müssen in die Schleppe dieses Haute-Couture-Entwurfs von Alexandre Vauthier eingearbeitet werden. Schließlich soll das gute Stück sein Defilee bei den Pariser Modeschauen krönen. Spezialisiert auf dieses alte Handwerk sind die Plumassiere im Atelier Lemarié. Die Bezeichnung kommt von französischen „Plume“ für Feder, im Deutschen ist der Beruf auch als Federputzmacher bekannt.

Nadine Dufat, Leiterin von Lemarié: „Das Schwierigste ist immer zu verstehen, was die Kunden wirklich wollen. Sie haben ganz genaue Ideen für ihre Kollektionen im Kopf, wir müssen das dann mit unserem Sachverstand übersetzen.“ Lemarié ist eines der letzten Ateliers dieser Art in Frankreich. Es arbeitet viel für die Haute Couture. 1880 wurde der Betrieb gegründet, mittlerweile befindet er sich im Besitz des Modehauses Chanel. Im Keller des neuen Firmensitzes in Pantin bei Paris lagert ein einzigartiger Bestand an Federn aus aller Welt – ein Schatz, der gut gehütet wird.

Nadine Dufat erklärt: „Die Federn unterscheiden sich in der Form, in der Farbe und in der Art, wie sie bearbeitet werden. Man kann sie klassisch bearbeiten, wie Straußenfedern, aber auch wie Einlegearbeiten, so dass sie ganz glatt und bunt liegen. Viele können sich dann gar nicht vorstellen, dass es sich um Federn handelt, sondern halten sie für einen glänzenden Stoff.“

Zu den Hoch-Zeiten vor den Haute-Couture-Schauen arbeiten bis zu 90 Angestellte bei Lemarié. Obwohl das Handwerk mühsam ist, liegt das Durchschnittsalter der modebegeisterten Plumassieren bei 30 Jahren.Bis zu 200 Stunden Arbeit fließen in eine einzige Robe. Die kann dann auch mehrere hunderttausend Euro kosten – inklusive Federn.

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