Trends aus Italien: Mode-Aktien sind auf dem Vormarsch


Von Krise ist in der italienischen Modebranche keineswegs etwas zu spüren. Sondern ganz im Gegenteil, die Modebranche, die das Image Italiens wie keine zweite in der Welt prägt, ist quicklebendig. Die Konzerne der Branche wachsen schneller als die übrige verarbeitende Industrie, sind solider, profitabler und investieren auch mehr als andere Branchen. Das zeigte eine Studie der Mailänder Investmentbank Mediobanca auf, für die 143 Mode-Industrieunternehmen mit je über 100 Mio. Euro Umsatz befragt wurden. Diese Konzerne sind nicht nur das Aushängeschild des italienischen Lifestyles, sondern sie sind zugleich auch ein wesentlicher Wachstumsfaktor der Wirtschaft. Der Chef der Mailänder Börse, Raffaele Jerusalmi ist davon fest überzeugt.

Es sollen neue Schwergewichte nach Italien gelockt werden

Die neue Devise des Börsen-Chefs: neue Schwergewichte nach Mailand locken. Es wird nach Insiderberichten zufolge an einem Luxury-Index gearbeitet, der es den ausländischen und italienischen Mode- und Lifestyle-Konzernen vereinfachen soll, an die Börse zu gehen. Vonseiten Jerusalmi’s wird mit klangvollen Namen aus der Modebranche gerechnet, wie Versace, Valentino oder Furla. Mit einem Börsengang würden sie namhaften Modeunternehmen wie Yoox, Ferragamo, Moncler oder Brunello Cucinelli folgen.

Versace-Gruppe denkt über einen Börsengang nach

Aus dem Mailänder Hauptquartier der Versace-Gruppe heißt es, dass man ernsthaft darüber nachdenke, den Konzern an der Börse zu listen. Der Konzern wird von den Geschwistern Santo Versace und Donatella, den Kindern des 1997 in Miami ermordeten Firmengründers Gianni Versace, geführt. Jahrelang kämpfte der Konzern nach dem Mord an Versace mit Schwierigkeiten.

Die Lage hat sich zuletzt wesentlich verbessert, da die Kosten stark gesenkt und der Vertrieb verbessert wurden. Selbst die Kollektion wurde umgestellt. Jonathan Akeroyd, CEO von Versace, der im Juni 2016 in den Konzern eintrat, versucht die Globalisierung der Marke vorantreiben und im hart umkämpften E-Commerce-Bereich zu punkten. Zuletzt wurden 50 Mio. Euro in neue Shops investiert sowie in die Erneuerung der Boutiquen. Darunter befinden sich auch die Flagship-Stores auf der 5th Avenue in New York und in Mailand auf der Via Monte Napoleone. Zuletzt konnte Versace ein Umsatzplus auf allen Absatzmärkten verzeichnen, wobei sich vor allem China besonders hervorhob.

Auch die Valentino Gruppe bekundete Interesse im Bezug auf einen Börsengang. Der römische Konzern ist seit 2012 in den Händen des Herrscherhauses von Katar. 2015 konnte das Modehaus einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro verzeichnen und ist der Ansicht, dass durch einen möglichen Börsengang weitere Expansionen möglich sind. Weltweit zählt Valentino zu den Kultlabels und ist für viele Mode-Fans ein Synonym für Stil und Eleganz. Der Firmengründer und Modepapst Valentino Garavani hatte sich bereits 2008 von der Welt der Haute Couture verabschiedet.

Mode-Konzerne, die bereits an der Börse gelistet sind

Zu den größten Gewinnern an der Mailänder Börse gehört der Kaschmir-Spezialist Brunello Cucinelli, mit einem Umsatz von knapp 400 Mio. Euro. Gegen den allgemeinen Negativtrend hat die Aktie 2016 an der italienischen Börse um über 20 % auf ein neues Jahreshoch zugelegt. Brunello Cucinelli rechnet dank einer ehrgeizigen Expansionsstrategie mit Schwerpunkt Asien sowie einem Wachstum im Luxus-E-Commerce auch in diesem Jahr mit einem kräftigen Plus. Trotz der hohen Bewertung ist die Aktie ein Kauf wert, aber Anleger sollten limitiert ordern.

Eher enttäuschend hingegen verlieft es für Yoox. Die Aktien am Luxusfirmament wiesen eine enttäuschende Kursentwicklung auf. Die Aktie hat 2016 um 25 % ihres Wertes eingebüßt. Zuletzt hat Yoox ein Abkommen mit Mohamed Alabbar geschlossen, der im Nahen Osten auf den Bereich Luxus-E-Commerce spezialisiert ist. Durch dieses Abkommen soll Yoox 2017 mehr Wachstum verzeichnen können und neue Kursimpulse setzen. Diese Aktien sind nur etwas für risikofreudige Anleger.

Ein exklusiver Gipfelstürmer ist Moncler. Die exklusiven Daunenjacken waren im Winter 2016/17 gefragt wie noch nie. Nachdem das Unternehmen ein Jahresplus von knapp 30 % erzielen konnte, wird auch in 2017 mit einem kräftigen Anstieg der Moncler-Aktie gerechnet. Diese hatte im Januar 2017 die Marke von 16 Euro erreicht. Für ein neues Gewinnwachstum sollen Diversifizierungspläne des Unternehmens mit einem Jahresumsatz von 700 Mio. Euro im Bereich Damenmode sorgen. Hier heißt es limitiert ordern.

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